Rocky


Dalmis

Vom Jäger zum Feuermelder

 

Rocky

Der Dalmatiner begann seine berufliche Laufbahn als Jagdhund. Er durchstöberte riesige Reviere nach frischen Wildspuren und zeichnete sich durch zähe Kondition, unermüdliche Lauffreude und eine besonders feine Nase aus. Der schlanke, tiefbrüstige Hund war nicht so hoch, dass er im Unterholz steckenblieb, aber auch nicht so niederig, dass er an Schnelligkeit verloren hätte. Und dank seiner Fellzeichnung war er für die Jagdgesellschaft schon von weitem zu sehen.

Wegen seines schmucken Aussehens erhielt er im 17. Jahrhundert eine weitere Aufgabe: Als auffälliger Begleiter lief er neben den Rössern adeliger Damen her oder begleitete sie in ihrer Kutsche. Diese Aufgabe wurde einige Zeit später, in der viktorianischen Ära, wohl zu seiner berühmtesten Bestimmung. Der Dalmatiner kam als Kutschenhund in Mode. Während die Adeligenfrüher ihren Kutschen livrierte Diener als Wachkohorte vorausgeschickt hatten, übernahmen jetzt die getupften Hunde diese Aufgabe. Sie waren nicht nur gute Wächter für Pferd und Wagen, sondern auch ausgesprochen ausdauernd und lauffreudig. Sie schafften der Kutsche Platz und warnten vor Gefahren, die unterwegs drohten. Später trainierte man die Hunde darauf, nicht mehr vor dem Wagen, sondern zwischen den Hinterrädern oder unter dem Wagen mitzulaufen. Um ihn für die nicht ungefährliche Arbeit abzurichten, band man den etwa 6 Monate alten unerfahrenen Junghund mit dem Halsband an einen bereits trainierten Hund.

Im 19. Jahrhundert machten die getupften Hunde auch als Begleiter von Postkutschen von sich reden. Besonders berühmt wurde "der Hund von Brighton" Er liebte es, Pferde und Wagen auf ihrer Fahrt über Land zu begleiten. Ohne zu ermüden, lief er neben der Postkutsche von London nach Brighton und zurück. Nur sonnatgs legte er einen Ruhetag ein. Der Dalmatiner war damals das Aushängeschild für jeden, der im britischen Empire etwas auf sich hielt. In England war er nie ein Jagdhund, zeigte aber grosse Vorlieben für Pferde und Geschicklichkeit als Begleiter vornehmer Kutschen.

Auch in den USA fand der Dalmatiner unzählige Freunde und eine weitere Aufgabe: Er wurde Feuermelder. Laut bellend raste manchmal eine ganze Meute Dalmatiner als lebende Warnsirene vor den damals noch von Pferd gezogenen Feuerwehrwagen durch die Strassen. Einer dieser Hunde war "Bessie of the Engine Company No.39" in New York. Das Feuerwehrzeichen am Halsband, ein kleiner Feuerwehrhelm aus Messing, kennzeichnete sie als mutige "Feuerwehrfrau". Ihr Pflichtbewusstsein hatte allerdings auch seine Grenzen. Hatte ihr Betreuer Leutnat Wise dienstfrei, dann hielt auch Bessie nichts im Feuerwehrhaus. Die kluge Hündin wusste nämlich genau, wo die Strassenbahn zu seiner Wohnung abfuhr und wo man aussteigen musste. Und da Schwarzfahren auch in New York ungesetzlich ist, bekam sie sogar eine eigene Fahrkarte. Die Feuerwehrhunde blieben ihrer Aufgabe sogar treu, als die Löschzüge nicht mehr von Pfedestärken, sondern von Dampf angetrieben wurden. Und später sassen sie stolz neben der zweibenigen Mannschaft im Feuerwehrauto. In der Praxis zwar arbeitslos geworden, sind sie in den Staaten bis heute das Maskottchen der Feuerwehr geblieben.

 

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