Double Agent von der Ora Maritima (genannt Yukon)

Yukon, wie kamen wir auf Yukon. Begonnen hat alles am Geburtstag von Waltraud, als die Dreyländeregg-Hundesportler nach dem Training noch zum Essen kamen. Als ich mit Elwira auf dem Sitzplatz stand und gemütlich eine Zigarette rauchte, machte sie mich nebenbei aufmerksam, dass mein nächster Hund Papiere haben müsse. Da ich bereits mit Jango, welcher als Mischling galt, SKG-Prüfungen ablegte, konnte ich für Begleithundprüfungen sicher keinen Mischling mehr melden. Der Gedanke brachte mich etwas durcheinander, weil Waltraud und ich eigentlich an einen guten Mischling aus dem Tierheim dachten, welcher sicher in unserer Familie glücklich geworden wäre. Wir dachten daran einen Mischling zu holen und diesen dann langsam im Hundesport nachzunehmen. Da Rocky seine Pension verdient hatte und Pitta (Leasinghündin) mit ihren 9 Jahren auch nicht mehr überall gefordert werden durfte.
Elwira hatte dieselbe Situation. Nach dem Ableben ihres Mischlings Roxy musste sie sich ebenfalls für einen Papierhund entscheiden und kam so auf ihren Aussirüden Wico. Sie wusste also als seriöse Hundeschulleiterin sicher Bescheid.
So sass ich dann mit meiner Frau am Tisch, wir versicherten uns beim SKG nach den absolvierten Prüfungen mit Jango, welche tatsächlich erfasst waren. Und so entschieden wir uns nach all den guten Erfahrungen mit Rocky weiter beim Dalmatiner zu bleiben. Wir hatten vor gegen Anfangs 2011 uns nach einem jüngeren Hund umzuschauen. Welpen hätten wir jederzeit in einem guten Zwinger reservieren können. Dies war uns bewusst. Wir wollten wegen unserer unterschiedlichen Arbeitszeiten jedoch keinen Welpen, sondern eher ein Junghund von mindestens 7 Monaten oder mehr. Mindestens für 5 Stunden musste die Stubenreinheit gegeben sein. Hätten wir einen Welpen gehabt, so hätten wir ihn in zu viele, fremde Hände geben müssen. Das wollten wir in der wichtigsten Zeit, der Prägungszeit vermeiden.
Da solche Hunde nicht gerade wie Schnee vom Himmel fallen, gestaltete ich mal ein Inserat, welches ich den Züchtern und Verbänden in der Schweiz und nahen Ausland zukommen lassen konnte. Ich weihte dann noch meine Kollegin ein, welche mit ihren Border Collies schon diverse Erfahrungen gemacht hat. Sie gab uns dann einige Ideen und schickte mir auch Links, welche ich doch anschauen solle.
Aber wie schon gesagt, uns hätte es nicht pressiert. Vorgesehen war wirklich eher Anfangs 2011. Wir legten uns aber nicht stur fest. Wichtig war es uns einen Dalmatiner mit Papieren zu finden, welcher wirklich optimal in die Familie passte. Vor allem zu Ramon und Rocky. Er musste also sozial sein und vorgängig einen seriösen Platz gehabt haben. Das ist oft nicht so einfach. Fast wie eine Kinderüberraschung, drei Wünsche in einem.
Ein Link, welcher uns jedoch auf die Deutsche Dalmatinerzucht „Von der Ora Maritima“ führte, lies uns irgendwie keine Ruhe mehr. Auf dieser Seite war der junge Rüde, Double Agent von der Ora Maritima, genannt Yukon, beschrieben. Sein Beschrieb war geradezu perfekt. Er war 14 Monate alt und an seine Züchterin zurückgegeben worden. Bei Hunden, welche zurück an ihre Züchter kommen, ist die Frage nach dem Warum besonders wichtig. Und nach einer schlaflosen Nacht und einem Gespräch mit meiner Frau Waltraud, setzte ich mich mit der Züchterin in Verbindung. Wir telefonierten eine gute Stunde miteinander, wobei sich herausstellte, dass Yukon als Welpe einer anderen Dalmatinerzüchterin übergeben wurde, welche ihn ursprünglich auch als Zuchtrüde nachziehen wollte. Wie älter Yukon wurde, wie schlimmer wurden die Rüden in diesem Zwinger untereinander. So, dass die damalige Besitzerin sich entschloss, Yukon wieder in den Geburtszwinger Ora Maritima zurückzugeben. Mit der Bitte, dass man allenfalls, wenn nötig, für ihn von dort aus, einen guten Platz suche. Yukon wird als äusserst sozial beschrieben und ist eher der, welcher sich bei Begegnungen mit anderen Hunden, vor allem Rüden wieder zurückzieht und seinen Weg geht.
Nach langen Telefonaten mit seiner Züchterin, entschieden wir uns Yukon nach unseren Sommerferien zu übernehmen. So, dass wir Anfangs September die lange Reise an die Nordsee (ca. 900 Km) auf uns nehmen und ihn abholen, sofern die Chemie zwischen uns, und ihm restlos stimmt. Dies ist die absolute Voraussetzung für die Züchterin, wie auch für uns. Es wird also allenfalls vor Ort entschieden, ob er mit uns in die Schweiz reisen wird oder nicht. Was wir und auch die Züchterin jedoch sehr hoffen.
Yukon ist ein junger, sportlicher, braungepunkteter Rüde. Er wurde am 19.02.2009 geboren, hat eine HD A 1, ist beidseitig hörend und hat eine vollzahnige Schere. Auch hat er für unseren Geschmack einen schönen, rundlichen Kopf und dichte Punkte, was uns halt gut gefällt, in den Schweizer Zuchten nicht so gewünscht ist. Aber schlussendlich wollen wir Yukon als Familienmitglied und sportlichen Partner in verschiedenen Bereichen. So, wie wir das auch mit Rocky geniessen durften.
Wir freuen uns nun auf Anfangs September und sind gespannt, was Yukon zu uns meint. Hoffen wir, dass wir alle ein gutes Team werden und Yukon zu Hause in den Alltag einführen können.
Wenn es dann soweit ist, stellen wir Euch Yukon persönlich vor. Sicher wird er auch in den Hundesport mitkommen.

RT/Juli 2010

(Was wir zum Zeitpunkt des Berichtsschreibens noch nicht wussten, ist dass Rocky uns wenige Tage
danach für immer verabschiedete.)

 

 

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